Auf ein Wort: „Köln“

Das Geschehen erschüttert uns, die ehrenamtlichen Helfer der Flüchtlinge wie auch die Flüchtlinge selbst. Wir fühlen uns unter Druck gesetzt, uns für unseren Einsatz zu rechtfertigen, unsere Anliegen scheinen nicht mehr opportun, der politische Wind weht uns derzeit eiskalt ins Gesicht.

Dazu ist mit sachlichem Blick anzumerken: Es bleibt unklar, welchen Anteil Flüchtlinge an den Übergriffen hatten. Ich wage auf Grundlage der bekannten Fakten vehement zu bestreiten, dass die frauenfeindliche Gewalt von Bürgerkriegsflüchtlingen ausging – alle syrischen Flüchtlinge, mit denen ich gesprochen habe, waren von dem Verhalten der (muslimischen) Täter ebenso abgestoßen wie ich. In jedem Fall muss die Auseinandersetzung mit den Taten strikt von der Frage getrennt werden, wie mit den vielen Flüchtlingen, die bei uns Schutz suchen, umzugehen ist. Eine Verschärfung der Regelungen des Asylrechts wird derartige Vorkommnisse in Zukunft nicht verhindern – im Gegenteil: Je mehr die ohnehin schon entwurzelten Flüchtlinge durch unnütze Vorschriften gegängelt, weiter erniedrigt und von der „normalen“ Bevölkerung ferngehalten werden, desto weniger Verständnis werden sie für unsere auf Toleranz und Weltoffenheit bedachte Kultur aufbringen.
Wolf-Dieter Dorn (Sprecher des Freundeskreises Flüchtlinge Feuerbach)