Teamsitzung vom 11. Januar 2016

Zwischenzeitlich leben in der Bubenhalde 47 Männer und 85 Familien, darunter sind sechs schwangere Frauen und sechs Kleinkinder. Einige Flüchtlinge befürchten Konsequenzen wegen der Ereignisse in Köln in der Silvesternacht. Außerdem gibt es immer wieder Stress, weil die Stuttgarter Ausländerbehörde völlig überlastet ist und abgelaufene Aufenthaltsgestattungen nicht verlängert werden können.

Gesucht werden Helfer für die Hausaufgabenbetreuung. Die Kita in der Böhmerwaldstraße will mit Kindern kochen. Zudem müssen jetzt einzelne Kandidaten intensiv bei der Suche nach Arbeit, Praktikum oder Ausbildung unterstützt werden. (Nächstes Treffen der Arbeitsgruppe Bildung und Arbeit am 20.1.)

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In der Unterkunft Borsigstraße betreuen acht Malteser-Mitarbeiter/-innen rund 350 Flüchtlinge, die seit dem 21.12.2015 eingezogen sind. Ein Sicherheitsdienst unterstützt die Malteser. Die Familien, Kinder und Einzelpersonen kommen vor allem aus Syrien, Irak, Afghanistan, Iran und Eritrea. Einige beabsichtigen, am 16.1. bei der großen Kundgebung gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Stuttgart mit Plakaten und Flugblättern Stuttgarter Bürger/-innen gegenüber ein Willkommenszeichen zu setzen, als Reaktion auf Köln.

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In dem Gebäude gibt es einen großen Fabrikraum, der als Sport- und Spielstätte ausgestattet wird. Die Sportvereinigung Feuerbach hat auch hiergroßzügige Unterstützung zugesagt.

Zur Verbesserung der medizinischen Versorgung (in allen Unterkünften in Feuerbach) schlagen die Malteser eine ambulanten ärztlichen Dienst vor, der vor Ort Kranke betreut. Dies funktioniert im Kreis Esslingen schon vorzüglich. Katastrophal ist die sanitäre Einrichtung im Hahn und Kolb Gebäude; bis Anfang Februar müssen die Flüchtlinge im Hallenbad Feuerbach duschen, dann erst sind in der Borsigstraße Duschcontainer aufgestellt. Auch Waschmaschinen fehlen noch.

Ab nächster Woche sollen die Deutschkurse des FFF beginnen, die viele Flüchtlinge dringend erwarten. Für die Kinderbetreuung werden polizeiliche Führungszeugnisse benötigt, der FFF will sie über die Arbeitsgruppe Kinder und Freizeit besorgen.

Jörg Reinhardt vom Jugendamt berichtet von der Unterkunft Leitz, wo  inzwischen 30 unbegleitete Jugendlich eingetroffen sind, Ziel sind 142 Betroffene, die bis Anfang September 2015 dort leben sollen und von rund 20 Pädagogen betreut werden. Die Jugendlichen werden intern unterrichtet, erhalten dafür Zertifikate, manche gehen in diverse Schulen, die Leitung bemüht sich um Freizeitangebote, z. B. Fußball in der Sporthalle des Theaterhauses.

Der FFF wird mit Spendengeldern zur Ausstattung der Unterkünfte vor allem mit Sport- und Freizeitmaterialen beitragen, damit hier möglichst konfliktfrei auch auf engstem Raum gelebt werden kann. Gesucht werden auch noch Kinderwagen.

Angedacht wurden ebenfalls vom FFF organisierte Stadtbesuche, die Einrichtung eines Strickkurses,  ein Begrüßungstag bei Hahn und Kolb, eventuell ein kleines Fest in der Osterzeit … Dringend gesucht werden Wohnungen für Familien.

Alle Arbeitsgruppen klären weiter ab, wie die nun angewachsene Arbeit bewältigt werden kann.