13. Juli: Treffen des Freundeskreises

Der Sprecher des Freundeskreises, Wolf-Dieter Dorn, berichtete (PowerPoint-Datei des Infoabends) über die Herkunft der Flüchtlinge und deren Verteilung in die verschiedenen Unterkünfte im Stadtteil, außerdem kurz über den aktuellen Stand der Arbeit und der Organisation des Freundeskreises (Organigramm des Freundeskreises).
Einiges sei auf gutem Weg,  zum Beispiel die Kooperationen und Integrationsbemühungen der Sportvereine oder der Kirchen. Dabei wies er auch darauf hin, wie wichtig es sei, Flüchtlingen über persönliche Kontakte die Integration zu erleichtern. Er erwähnte zwei neue Projekte, den Vortrag von Khaldoun Alsaid über die zerstörten Baudenkmäler Syriens am 18. Juli 2016  in der Bubenhalde, außerdem über einen geplanten Arabisch-Kurs im September.

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Sehr einig war sich die Versammlung, dass die Flüchtlinge aus der Borsigstraße unbedingt innerhalb Feuerbachs umziehen müssen oder  wegen Platzmangels höchstens noch auf den Killesberg, wie wohl vom Sozialamt geplant und der Bezirksvorsteherin angekündigt haben. Denn es wäre absurd, die bestehen sozialen Kontakte aufzubrechen und die Anbindung der Kinder an Schulen und Kindergärten zu kappen. Der FFF fordert noch einmal eindringlich die Behörden auf, so zu verfahren und kritisiert allerdings auch, dass viele Flüchtlinge noch nicht wissen, wann sie wohin  kommen.
Anschließend entwickelte sich eine konstruktive und informative Diskussion mit guten Vorschlägen für die zukünftige Arbeit: Zur Verbesserung des Informationsaustausches soll die FFF-Homepage weiterentwickelt werden, außerdem sollen in Rundmails in bestimmten Abständen die FFF-Mitglieder über die wesentlichen Aktivitäten ins Bild gesetzt werden.
Um Bürger und Flüchtlinge zusammenzuführen und Hemmschwellen abzubauen, wurde vorgeschlagen, einen Raum in Feuerbach zu suchen, in dem sich Bürgerinnen und Bürger sowie Flüchtlinge zwanglos treffen können, um sich auszutauschen, auch gemeinsam Kleinigkeiten essen und trinken können. Stadträtrin Silvia Fischer ist gebeten, im Bezirksrathaus nach einer möglichen Räumlichkeit nachzufragen. Vielleicht lässt sich das Vorhaben auch mit einer Idee des Teams Arbeit, Ausbildung und Beruf kombinieren, das sich am 26. Juli treffen wird, um auszuloten, wie man eine Anlaufstelle in Feuerbach für  Flüchtlinge in Sachen Ausbildung, berufliche Bildung und Freizeit schaffen könnte (Ansprechpartner Martin Härer, FFF-arbeit@web.de).
Um das Interesse am Deutschlernen bei einigen nicht so engagierten Flüchtlingen zu wecken, sollen in der neuen Unterkunft Wienerstraße noch einmal Info-Veranstaltungen organisiert werden, auf denen hingewiesen wird, wie wichtig  deutsche Sprachkenntnisse für ein gutes Zusammenleben sind. Einige Flüchtlinge, die schon gut deutsch können, wollen hier den FFF unterstützen. Einige Besucherinnen und Besucher im Saal zeigten großes Interesse, bei der Betreuung von Kindern zu helfen, wofür auch Bedarf besteht (Ansprechpartnerin Thea Härer, Thea@härer-s.de). Gesucht werden weiterhin Übersetzer (Ansprechpartner: rolandsaur@onlinehome.de). Einig ist man sich außerdem darüber, dass sich Sprachkenntnisse auch über Aktivitäten unterschiedlichster Art sehr gut vermitteln lassen, also learning by doing, zum Beispiel beim gemeinsamen Kochen, bei Ausflügen, oder auch in der Fahrradwerkstatt, bei der man daran denkt, Kinder und Eltern in Zukunft intensiver miteinzubeziehen – Stichwort Selbstverantwortung. Fahrräder für Groß und Klein werden ebenfalls dringend gesucht (fff-fahrrad@arcor.de), auch Sportkleidung, von Kickstiefeln bis Stutzen (fff.bedarf@gmail.com). Hermann Koch-Gröber forderte dazu auf, dass sich  – neben den Angeboten der Sportvereine – jeder mit seiner Sportart einfach einbringen und zusammen mit Flüchtlingen engagieren kann (Freizeit und Sport, koch-groeber@HS-Heilbronn.de).
Ziemlich ernüchternd stellt Christa Cheval-Saur die Situation der Wohnungssuche für die Flüchtlinge dar. Viele haben schon seit Monaten Aufenthaltsgenehmigungen und sollten eigentlich aus den Unterkünften ausziehen. Doch die Suche bei Baugenossenschaften Fehlanzeige, nichts vorhanden oder kein Interesse, an Flüchtlinge zu vermieten. (Miete übernimmt übrigens das Jobcenter). Ebenfalls ohne Erfolg, die Bemühungen des FFF, über Online-Portale Wohnungen oder WG-Zimmer zu vermitteln. Städtische Wohnungen mit Wohnberechtigungsschein ebenfalls nichts, zu viele Interessenten, zu wenig sozialer Wohnungsbau in Stuttgart. Was bei wenigen Einzelfällen klappte, waren private Initiativen. Deshalb appelliert Christa Cheval-Saur an die Bürger im Saal, Patenschaften bei der Wohnungssuche für Familien oder Einzelpersonen zu übernehmen, in diesem Sinne sollte die Gruppe „Wohnungssuche“ neu ausgerichtet werden (christa.cheval-saur@online.de).
Diese Art von Informationsveranstaltung kam gut an und soll in Zukunft in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden.